Pocophone – Wo wurde gespart?

Pocophone – Wo wurde gespart?

14. Oktober 2018 0 Von Marco Kammradt

Das Pocophone hat in letzter Zeit einen kleinen Hype ausgelöst. Es kommt mit einigen Hardware-Komponenten, die man sonst nur in teuren Flaggschiffmodellen findet und das für 300 €.

Wie aber macht das Xiaomi? Schauen wir also mal, was man hier wirklich für sein Geld bekommt.

High End Hardware

Die Kern-Hardware stimmt. Die Kombination aus Snapdragon 845, 6 GB RAM und einen 4000 mAh Akku bekommt man sonst eher nur in Smartphones, die mindestens 800 € kosten. Das Pocophone ist mit seinem 6,2 Zoll großen LCD ein großes Telefon. Und so fühlt es sich auch in der Hand an. Trotz der schmalen Ränder merkt man einfach das man hier ein 6,2 Zoll Gerät in Händen hält. Aber das ist vielleicht auch einfach von der Größe eurer Hände abhängig.

Zu diesem nicht ganz so tollen Gefühl in der Hand trägt vielleicht auch die Plastikrückseite bei. Es fühlt sich nicht billig an, aber es ist einfach nicht das Gleiche, wie eine Metall- oder Glasrückseite. Das Pocophone ist sauber gearbeitet, aber hinterlässt einfach nicht so ganz ein Premiumgefühl in der Hand.

Bildschirm mit Notch

Die Front entspricht dem typischen Look eines 2018er Android Smartphones. Die Ränder sind minimal, es gibt noch ein Kinn und oben starrt uns eine Notch an.

Was beim Pocophone auffällt, sind die stark abgerundeten Ecken des Displays. Das ist stärker abgerundet als bei vielen anderen Smartphones, die ich gesehen habe. Schick ist es aber und das Pocophone sieht sehr modern aus.

Das LCD selbst wird schön hell, auch wenn es nicht mit den Besten mithalten kann und die Farben sind satt und kräftig. Und obwohl es nur eine FullHD Auflösung hat, sieht alles schön scharf aus.

Nur die Blickwinkel könnten ein bisschen besser sein, aber wer hält sein Telefon denn schon so?

Tolles Gesamtpaket

Der 4000 mAh Akku hält nicht nur sehr lange, sondern man bekommt es mit Quick Charge auch sehr schnell aufgeladen. Kabelloses Laden sucht man hier allerdings vergebens.

Der 64 GB interne Speicher lässt sich mit einer SD-Karte erweitern oder man nutzt eine zweite SIM-Karte.

Es sind sogar Stereo-Lautsprecher verbaut, die ganz vernünftig klingen. Allerdings ist ein Hauptlautsprecher nach unten gerichtet und unterliegt damit auch den üblichen Limitierungen. Zum Beispiel kann dieser sehr leicht verdeckt werden.

Einen Klinkenanschluss gibt es aber noch, so dass man hier nicht mit einem Dongle arbeiten muss, sondern ganz klassisch einen 3,5mm Klinkenstecker nutzen kann.

Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite, allerdings finde ich die Position nicht ganz ideal. Der liegt so dicht an den Kameras, das man diese leicht mit dem Finger trifft und so die Kamera verschmiert. Sonst funktioniert der Sensor aber zuverlässig und schnell.

Bisher schlägt das Pocophone sich gut, aber es gibt noch ein paar Punkte wo eingespart wurde. Es gibt kein NFC und somit kein schnelles Pairing oder mobiles Zahlen. Außerdem gibt es kein IP-Rating. Haltet also das Pocophone von Wasser fern.

Kameras besser als erwartet

Damit sind wir auch bei den Kameras. Hier gefallen mir übrigens diese roten Akzente um die Kameras sehr gut. Verbaut ist auf der Rückseite eine 12 und ein 5 MP Kamera. Die 5 MP Kamera hat hier nur eine Funktion und dient nur als Tiefenkamera für den Bokeh-Effekt.

Die Bilder sind überraschend gut. Nichts nur stimmt der Dynamikumfang, auch die Farben und Details sehen gut aus. Das gilt beim Pocophone nicht nur bei guten Lichtbedingungen, denn auch bei schlechtem Licht, sind die Fotos immer noch in Ordnung. Zwar kann es sich nicht mit den besten Flaggschiffmodellen messen, aber trotzdem sind die Ergebnisse sehr sehenswert.

Videostabilisierung ist bei 4K leider nicht vorhanden, aber bei 1080p passt es dann wieder. Bei 4K sind aber Aufnahmen nur mit 30 fps möglich, wer Slow-Motion haben möchte muss auf 1080p gehen und kann dann bis zu 240 Bilder pro Sekunde aufnehmen.

Die Frontkamera hat beeindruckende 20 MP. Kaum zu glauben, aber wahr.

Dank der 20 MP viele Details, die allerdings vom Beauty-Modus wieder zerstört werden. Die Bilder sind sowohl in guten als auch schlechten Lichtbedingungen absolut in Ordnung. Videoaufnahmen sind in 1080p mit 30 fps möglich. Leider funktioniert die Videostabilisierung nicht sonderlich gut.

Insgesamt sind die Kameras viel besser als ich es erwartet hätte. Auch wenn es nicht die besten Kameras sind, würde ich sagen hat Xiaomi hier nicht an den Kosten gespart.

Software von Xiaomi

Auf dem Pocophone läuft Android 8.1 mit MIUI von Xiaomi. Es ist ein buntes angepasstes Android. Nicht meine Lieblingsvariante, aber wie ich immer sage, das ist Geschmackssache.

Fazit zum Pocophone

Ich wollte mit diesem Video die Frage beantworten, was man beim Pocophone wirklich für sein Geld bekommt.

Das ist also sehr gute Hardware an den werbeträchtigen Stellen, wie Prozessor, Arbeitsspeicher und Akku. Auch der Bildschirm mit den schmalen Rändern trägt zum Premium-Gefühl auf den ersten Blick bei. Aber natürlich mussten auch Kosten gespart werden. Ich hab 5 primäre Punkte gefunden, wo Kosten gespart wurden. So wurde auf einige Sachen verzichten und nicht immer die besten Materialen gewählt. Alles in allem kann sich das Pocophone von anderen Geräten, in seinem Preissegment von 300€ Smartphones, in einigen Punkten abheben. Aber ein Flaggschiff-Killer ist es für mich nicht. Dafür fehlen für mich einfach ein paar wichtige Punkte.