Oppo Find X – Design aus der Zukunft

Oppo Find X – Design aus der Zukunft

18. November 2018 1 Von Marco Kammradt

An einem Punkt kommt man beim Oppo Find X einfach nicht vorbei. Das unheimlich futuristische Design.

Design aus der Zukunft

Auf den allerersten Blick fällt hier schon auf, dass das Oppo Find X etwas besonderes ist, denn auf der Rückseite gibt es keine Kamera und keinen Fingerabdrucksensor. Die Rückseite besteht nur aus Glas und einem sehr interessanten Farbverlauf.

In meinem Fall habe ich hier das Bordeauxrot, es gibt aber auch noch eine Variante mit blauen Akzenten.

An den Seiten fließt das Glas in den Rahmen hinein. Das Glas auf der Front ist an den Seiten genauso gebogen und auch hier fällt auf, dass scheinbar keine der üblichen Elemente, wie die Kamera, Lautsprecher oder ein Fingerabdrucksensor, sichtbar sind.

Die Glasfront und -rückseite werden von einem Aluminiumrahmen eingefasst, der in der gleichen Farbe gehalten ist, wie die Farbakzente auf der Rückseite.

In dem minimalen Rahmen den den Seiten gibt es rechts den Power-Button und auf der linken Seite die Lautstärke-Tasten.

Auf der Ober- und Unterseite gibt es noch ein weiteres interessantes Designmerkmal. Der Rahmen ist konkav nach innen gewölbt, etwas was ich in dieser Form auch noch nirgendwo gesehen habe. Auf der Unterseite verbirgt sich dann auch der SIM-Karten Slot, der bis zu zwei SIM-Karten aufnehmen kann. Allerdings ist der Speicher nicht mit einer SD-Karte erweiterbar.

Außerdem sind hier ein USB-C Anschluss und ein Mono-Lautsprecher verbaut.

Nur noch Bildschirm

Es ist schon ein einzigartiges Design und von außen gibt das Oppo Find X nicht viel von seinen inneren Werten preis. Aber bevor wir uns die anschauen, kommen wir noch zum hervorstechendsten Merkmal dieses Smartphones. Der Bildschirm!

Aktiviert man das Oppo Find X wird man auf der Front vom 6,4 Zoll großen AMOLED begrüßt, das die gesamte Front einnimmt. Die Ränder beim Oppo Find X sind absolut minimalistisch. Einzig und allein das Kinn ist mit seinen 3 mm noch als Rand wahrnehmbar.

Es handelt sich hier im ein Seitenverhältnis von 19,5:9 und eine FullHD Auflösung. Das es sich hier um “nur” um eine FullHD Auflösung handelt, ist aber kein Problem. Der Bildschirm sieht immer noch sehr gut aus. Auch im Sonnenlicht konnte ich den Bildschirm erkennen.

Damit die Front nur noch aus dem Bildschirm besteht und die Rückseite nur noch Glas ist, mussten Kameras, Sensor und Lautsprecher versteckt werden. Oppo hat dafür eine mechanische Lösung gewählt. Und so fährt beim Aktivieren des Smartphone ein Modul nach oben, wo sich nun alle Elemente verstecken die man sonst in vielen Smartphones in einer Notch findet. Auch die rückseitigen Kameras sind in diesem Modul zu finden.

Face-ID-Klon

Ein Fingerabdrucksensor verbirgt sich hier aber nicht, aber das Oppo Find X verfügt über einen Face-ID-Klon. So sind hier verschiedene Sensoren für das Face Unlock verbaut. Es gibt einen Dot, Projektor, eine Infrarot-Kamera, einen Tiefensensor und die Front-Kamera. Diese ganzen Sensoren sollen zu einem sehr sicheren Face Unlock führen. Schnell geht es auf jeden Fall.

Es ist dabei auch egal, ob es dunkel oder hell ist.  Auch in direktem Sonnenlicht hatte ich nicht wirklich Probleme beim Entsperren.

Es ist schon eine erstaunliche Ingenieursleistung, die Oppo hier vollbracht hat. Das Kamera- und Sensorenmodul fährt sehr zügig für den Unlock aus und verschwindet genauso schnell wieder. Allerdings ist in sehr ruhiger Umgebung das Geräusch der Motoren deutlich wahrnehmbar.

Und natürlich muss man sich um die Haltbarkeit Gedanken machen, wenn hier bewegliche Teile am Werk sind und ein Motor das Modul für jedes Entsperren des Telefons hoch- und wieder runterfahren muss. Hier wird erst die Zeit zeigen, wie haltbar das Ganze ist. Bisher zumindest, habe ich noch keine Berichte über defekte Module gehört.

Ach und wenn man ein Foto aufnehmen will, muss die Kamera natürlich auch herausfahren. Das dürfte aber im Vergleich zum Entsperren des Oppo Find X verhältnismäßig selten passieren.

Kameras mit zwei Gesichtern

Auf der Front gibt es neben den Sensoren, die das Face Unlock möglich machen, natürlich auch noch eine normale Kamera, die mit 25 MP aufnimmt.

Die Bilder sind dabei gut ausbalanciert in den dunklen und hellen Bereichen des Bildes. Auch die Details stimmen  und die Kamera ist recht weitwinklig. So bekommt man auch noch etwas von seiner Umwelt in sein Selfie.

Bei schlechten Lichtbedingungen versucht die Kamera auch noch Details in den dunklen Bereichen zu zeigen. Das führt aber dazu, dass helle Bereiche überbelichtet sind und es gehen viele Details verloren.

Auf der Rückseite gibt es eine 20 MP und eine 16 MP. Der 16 MP Sensor bietet dabei einen zweifach optischen Zoom.

Die Bilder haben einen sehr guten Dynamikumfang sind scharf und sehen insgesamt sehr gut aus. Auch die Bilder mit dem zweifach optischen Zoom sehen sehr gut aus und bieten einen ähnlichen Dynamikumfang und sind genauso scharf, wie die Bilder der Hauptkamera.

Bei schlechten Lichtbedingungen verlieren die Bilder deutlich an Qualität. Es gibt viel Rauschen, Lichtquellen sind meist überbelichtet und die Farben werden sehr flach. Die Kamera aktiviert hier automatisch einen Nachtmodus, der zwar etwas das Bild aufhellt, aber schöne Bilder bei schlechten Lichtbedingungen sind mit dem Oppo Find X nicht möglich.

Für Videoaufzeichnungen ist das Oppo Find X leider auch nicht zu gebrauchen. 4K Aufnahmen sind sehr wackelig. Aufnahmen bei 1080p haben zwar eine elektronische Stabilisierung, aber das führt zu einem sehr seltsamen Wabbel-Effekt.

Egal wie man es dreht und wendet, für Video würde ich das Oppo Find X lieber gar nicht benutzen.

2018er Top-Hardware

Schaut man sich die restliche verbaute Hardware an, erkennt man viele Merkmale eines 2018er Flagschiffmodels. Es ist ein Snapdragon 845 mit Adreno 630 und 8 GB RAM verbaut. Außerdem gibt es eine 128 und eine 256 GB Variante, diese Speicher ist aber eben nicht mit einer SD-Karte erweiterbar.

Der 3730 mAh große Akku lässt sich mit dem __ Watt Netzteil schnell aufladen. Man braucht aber einen EU-Adapter, da das Gerät nur mit einem chinesischen Netzteil ausgeliefert wird. Im Normalfall ist der Adapter aber im Lieferumfang enthalten.

Leider fehlt doch etwas

Was hier leider fehlt ist NFC und auch irgendeine Form noch Wasserdichtigkeit sucht man hier vergebens.

In Zeiten von mobilem Bezahlen ist das mit dem NFC schon schade und das es hier keine Wasserdichtigkeit gibt überrascht nicht wirklich, wenn man sich das Kameramodul anschaut. Solche beweglichen Teilen lassen sich sehr schwer abdichten und wären immer anfällig, doch einmal Wasser durch zu lassen.

Wie ich schon erwähnt hatte, ist hier nur ein Mono-Lautsprecher verbaut, der auch kein besonders guten Klang mit sich bringt. Auch wenn der Bildschirm zum Filme und Videos gucken einlädt, sollte man dies lieber mit Kopfhörern machen, damit man das richtig genießen kann. Es müssen aber Bluetooth Kopfhörer sein, denn einen Klinkenanschluss gibt es hier auch nicht.

Die Horror-Software

Etwas was ich bisher komplett vermieden habe, ist die Software, denn hier gibt es leider auch nicht viel Gutes zu berichten. Das Oppo Find X kommt mit Android 8.1. Allerdings in einer stark modifizierten Version namens ColorOS. Farbenfroh ist es, aber auch auf jeden Fall nicht auf den Europäischen Markt ausgelegt.

So ist hier kein Google Play Store vorinstalliert. Den kann man aber relativ problemlos nachinstallieren, sobald man die Hürde mit der Tastatur überwunden hat.

Jetzt könnte man meinen, es wäre alles gut, denn mit einem passenden Launcher und ein paar Apps passe ich mir das Android schon an. Aber leider erlaubt das ColorOS ist. Ohne hier eine eigene ROM zu flashen hat man keine Chance.

Auch andere Apps funktionieren nicht wirklich, so konnte ich zum Beispiel Instagram nicht zum Laufen bringen.

Fazit zum Oppo Find X

Was das Oppo Find X auf jeden Fall ist, ist ein futuristisches Smartphone. Zwar gibt es jetzt bereits mehr Smartphones, die ähnliche Lösungsansätze nutzen, aber neben dem Vivo Nex war das Oppo Find X das erste seiner Art. Ich halte das Design auch mit neuen Konkurrenten, wie dem Mi Mix 3 immer noch für sehr gelungen.

Auch die Hardware, die diesen Design zum Leben erweckt, erfüllt viele Anforderungen, die man an ein 2018er Flaggschiffsmartphone stellen könnte. Und das sogar bis hin zur Kamera. Nur bei der Wasserdichtigkeit und dem NFC muss man Abstriche machen.

Wo der Spaß dann leider aufhört, ist das OS. Für mich war es in diesem Zustand nicht wirklich nutzbar und ohne flashen einer ROM würde ich das nicht empfehlen. Wer diesen Aufwand betreiben möchte und futuristisches Design liebt, wird am Oppo Find X sein Freude haben.