HTC U12 Life – Die Kamera ist es nicht wert

HTC U12 Life – Die Kamera ist es nicht wert

16. Dezember 2018 0 Von Marco Kammradt

Der Markt der 300 € Smartphones ist hart umkämpft. Mit dem U12 Life schickt HTC einen eigenen Mitbewerber ins Rennen. In diesem Feld ist es aber nicht leicht zu punkten.

Die Hardware

Das HTC U12 Life kommt mit einem Snapdragon 636, 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher. Der lässt sich auf Bedarf aber auch mit einer SD-Karte erweitern. Alternativ könnt ihr das HTC U12 Life auch mit zwei SIM-Karten nutzen.

Der Bildschirm ist ein 6 Zoll LCD, mit einem Seitenverhältnis von 18:9 und einer FullHD Auflösung. Hier gibt es nicht wirklich etwas auszusetzen. Es kommt nicht an ein OLED heran, aber Inhalte sind schön scharf und die Blickwinkel sind in Ordnung.

Das HTC U12 Life kommt in zwei Farbvarianten, einmal Twilight Purple und diesem Moonlight Blue.

Die Rückseite besteht aus Acrylglas und wer jetzt auf kabelloses Laden gehofft hat, wird hier leider enttäuscht. Das Acrylglas hat hier viele ganz kleine Einkerbungen und soll somit nicht mehr so rutschig in der Hand sein. Der obere Teil der Rückseite ist allerdings nicht mit diesen Einkerbungen versehen worden. Dadurch ergibt sich ein zweigeteilter Look für die Rückseite, was stark an das Google Pixel erinnert. HTC hat allerdings versichert, dass die Inspiration nicht von Google kommt.

Fingerabdrucksensor in guter Position

Die Kerben auf der Rückseite sorgen aber nicht nur für besseren Halt in der Hand, sondern auch dass man Fingerabdrücke nicht so schnell sieht. Anders als im oberen Teil der Rückseite. Unglücklicherweise ist in dem oberen Teil der Fingerabdrucksensor verbaut und so verpasst man der Rückseite hier doch wieder viele sichtbare Fingerabdrücke. Der Sensor selbst gehört nicht zu den schnellst, lässt einen aber auch nicht übermäßig lange warten.

Die äußeren Werte

Was die Verarbeitung angeht, bekommt man hier, wie von HTC gewohnt, eine hohe Qualität.  Alles passt gut zusammen. Die Rückseite wölbt sich sogar um die Seiten den U12 Life. Auf der Front haben wir über und unter dem Bildschirm Ränder, da hier bewusst auf eine Notch verzichtet wurde und trotzdem ein symmetrischer Look beibehalten werden sollte.

Guter Ton und ein Klinkenanschluss

Leider resultiert das nicht in zwei noch vorgerichtete Lautsprecher, aber es handelt sich hier immerhin um ein Dual-Lautsprecher-Setup.  Dass heißt nicht nur der nach untergerichte Lautsprecher spielt eure Musik, sondern auch der Ohrhörer.

Die Lautsprecher gehören sicherlich nicht zu den besten, lassen euch aber trotzdem Videos und müsst genießen.

Währenddessen man hier auf ein IP-Rating verzichten muss und damit das HTC U12 Life Wasser besser nicht zu nahe kommt, gibt es dafür NFC. Somit ist also mobiles Zahlen mit dem U12 Life möglich.

Etwas worauf man beim HTC U12 Life auch nicht verzichten muss ist der Klinkenanschluss. Man kann also ganz gewohnt seine kabelgebundenen Kopfhörer mit em U12 Life nutzen. Das ist etwas was man immer weniger bei Smartphones findet.

Minimalistische Softwareanpassungen

Die Software-Oberfläche von HTC basiert auf Android 8.1 und ich bin persönlich kein großer Fan von den Anpassungen, die HTC hier vorgenommen hat. Allerdings hat sich HTC hier nicht so ausgetobt, wie viele andere Hersteller. Es ist nicht viel Bloatware vorhanden und während der Einrichtung, kann man sogar noch einige Software abwählen, damit man damit nicht sein Smartphone zu spamt. Nutzt man dann noch einen eigenen Launcher, gibt es an der Oberfläche von HTC nicht mehr viel zu meckern.

Soweit läuft das U12 Life auch flüssig und ich hatte nicht mit langsamen Apps oder Rucklern zu kämpfen. Natürlich ist es nicht so stark wie 800 € Smartphones, aber im alltäglichen Gebrauch gibt es hier keine Probleme.

Die Kamera, ein Drama

Wo ich aber wirklich richtig meckern muss ist die Kamera!

Der gravierendste Punkt ist die Performance der Kamera App. Ich hab schon ewig nicht mehr erlebt das eine Kamera App so langsam ist. Nimmt man zum Beispiel ein HDR Bild auf, dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis das Bild aufgenommen ist. Die Bilder die dann dabei rauskommen, finde ich zu künstlich. Ohne HDR Modus ist aber der Dynamikumfang sehr schlecht. Also egal wie man es macht, die Bilder der Hauptkamera sind nicht toll.

Hier sind übrigens auch zwei Kameras verbaut. Eine 16 MP und eine 5 MP Kamera wobei die 5 MP Kamera wieder einmal nur für den Bokeh-Effekt da ist. Ich habe das Gefühl, das habe ich dieses Jahr bei sehr vielen Smartphones erzählt.

Und wenn es schon um Aufnahmen von Personen geht, bei Selfie ist eigentlich immer eine Person im Bild. Diese Bilder sind sehr detailreich dank der 13 MP Frontkamera, auch wenn der Dynamikumfang auch nicht berauschend ist. Schaltet man den HDR Modus an, macht die Software ganz komische Sachen und es kommen sehr seltsame Bilder bei raus. Ein Portrait-Effekt gibt es hier nicht.

Auch was Videos angeht, fand ich die Ergebnisse sehr enttäuschend. Nicht nur sind sie extrem verwackelt, egal ob bei 1080p oder 4K und der Dynamikumfang ist nicht besonders gut.

Selfie-Videos sind verwackelt und der HIntergrund ist auch vollkommen überbelichtet.

Also kurz um, an der Kamera kann man wirklich nichts Gutes finden. Auch als Mittelklasse Smartphone habe ich hier deutlich mehr erwartet und auch bei Konkurrenzprodukten gesehen.

Fazit zum HTC U12 Life

Nachdem ich mehrere Mittelklasse Smartphones dieses Jahr getestet habe, hat das U12 Life mich enttäuscht. Die Verarbeitungsqualität und Materialien sind in Ordnung. Sogar die Performance ist für ein Smartphone das es ab 315 € gibt vollkommen okay.

Aber die Kamera ist eine Zumutung und man kann nur hoffen, dass HTC mit einem Software-Update diese Probleme aus der Welt räumen kann.

In diesem Zustand kann ich das HTC U12 Life beim besten Willen nicht empfehlen.