Honor Play – Nicht nur ein Spielzeug

Honor Play – Nicht nur ein Spielzeug

6. Oktober 2018 0 Von Marco Kammradt

Beworben wird das Honor Play als Spiele-Smartphone – wie der Name schon verrät – aber kann man von einem 329 € teuer Smartphone da viel erwarten?

Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität stimmt. Das Honor Play kommt in einem Aluminiumgehäuse, fühlt sich gut in der Hand an und ist einfach sauber gearbeitet. Bis hin zu den Knöpfen, die ein gutes haptisches Feedback geben. Allerdings dürfte das Design, mit den Antennenlinien, an ein älteres iPhone erinnern. Das Metallgehäuse hat natürlich zur Folge, dass keine kabellosen Laden möglich ist. Aber Quick Charge ist da, um den 3750 mAh Akku schnell wieder aufzuladen.

Ein IP-Rating gibt es leider auch nicht. Also das Honor Pay solltet ihr lieber nicht mit in die Badewanne nehmen.

Der Bildschirm

Wenn wir uns die Front des Honor Play anschauen, springt mir als erstes das Logo ins Auge. Ich weiß, das Kinn wird für die Bildschirmanschlüsse gebraucht, aber das Logo muss heutzutage doch wirklich nicht mehr auf die Front.

Das 6.3 Zoll große LCD sieht aber sonst sehr schick aus, mit seinen minimalen Ränder an der Seite. Nur das Kinn und die verhältnismäßig große Notch stören ein wenig. Der Bildschirm löst dabei in FullHD in einem Seitenverhältnis von 18:9 auf, was zu 410 ppi führt.

Ich habe allerdings ein großes Problem mit der automatischen Bildschirmhelligkeit. Hier muss ich die Helligkeit ständig manuell nach oben drehen. Wahrscheinlich soll damit der Akku geschont werden, aber die automatischen Einstellung sind weder drinnen noch draußen zu gebrauchen. Und die Blickwinkel sind auch nicht besonders gut. Wenn man das Telefon etwas neigt, dunkelt der Bildschirm sehr deutlich ab.

Leider nur ein Mono-Lautsprecher

Leider ist nur ein Mono-Lautsprecher verbaut, der zwar okay klingt, aber auch nicht besonders laut wird. Außerdem kann der nach unten gerichtete Lautsprecher leicht mit dem Finger verdeckt werden.

Dafür ist aber ein Klinkenanschluss verbaut. Dass heißt, wer gern Kopfhörer nutzt, kann hier noch seine klassischen Kopfhörer benutzen. Honor packt übrigens auch In-Ear-Kopfhörer zum Honor Play dazu.

Gutes Gesamtpaket

Auf der Rückseite ist der Fingerabdrucksensor verbaut. Dieser funktioniert schnell und zuverlässig. Alternativ kann man auch FaceUnlock nutzen und auch wenn es schnell ist, so ist es sicherlich nicht die sicherste Methode sein Smartphone zu entsperren.

NFC ist ebenfalls verbaut, so dass unter anderem mobiles Bezahlen möglich ist. Gerade beim NFC wird in vielen Mittelklasse Smartphone gespart und es ist schön das es hier an Bord ist.

Und wem die 64 GB interner Speicher nicht reichen, kann diesen auch mit einer SD-Karte erweitern. Oder man nutzt die zweiten Kartensteckplatz für eine weitere SIM-Karte.

Schlechte Lichtbedingungen sind nichts für die Kamera

Bei den Kameras auf der Rückseite handelt es sich um eine 16 und eine 2 MP Kamera. Die 2 MP Kamera ist dabei nur für den Portrait- / Bokeh-Effekt eingebaut. So kann das Handy die Unterscheid zwischen Motiv und Hintergrund erkennen und den Hintergrund unscharf machen.

Die Kamera macht bei guten Licht Bedienung schöne Bilder, obwohl ich vom AI-Modus abraten würde, da die Bilder dann schnell sehr künstlich aussehen.

Leider verschlechtert sich die Bildqualität bei schlechten Lichtbedingungen dramatisch. Die Bilder werden matschig, mit starken Rauschen und sogar die Farben verändern sich.

Die Selfiekamera ist ebenfalls eine 16 MP Kamera und performt auch sehr ähnlich zur Kamera auf der Rückseite. In guten Lichtbedingungen sind die Bilder gut, aber bei schlechten Lichtbedingungen würde ich die Kamera eher nicht benutzen.

Es gibt auch bei der Selfiekamera einen Portrait-Modus, allerdings ist der hier nur noch softwarebasiert und so zeigen sich an den Rändern schnell Fehler.

Die Kamera auf der Rückseite kann 4K mit 30 fps Aufnahmen und schafft 60 Bilder pro Sekunde in FullHD. Leider ist die Stabilisierung bei 4K nicht vorhanden und solange ihr das Handy in der Hand haltet solltet ihr mit dem Honor Play lieber immer in FullHD aufnehmen. Da ist die Stabilisierung ganz passabel.

Die Probleme des Honor Play

Mit dem Kirin 970 und 4 GB RAM sollte das Honor Play eigentlich gut performen, allerdings kann ich das nicht durchgehend bestätigen.

So lassen sich auch grafisch intensive Spiele meist problemlos spielen, aber manchmal scheint das ganze System für einen kurzen Moment einzufrieren. Das ist also nicht nur auf Spiele bezogen sondern, kann immer passieren. Das ist manchmal schon sehr nervig. Es passiert nicht ständig, aber immer noch mehr als einmal am Tag.

Außerdem soll der Vibrationsmotor ein 4D Erlebnis erzeugen. Ich musste leider feststellen, dass das bei mir überhaupt nicht funktioniert hat.

So soll der Vibrationsmotor eigentlich haptisches Feedback in unterstützten Spielen geben. Dazu gehört auch PUBG, aber bei mir hat das überhaupt nicht funktioniert.

Auf dem Honor Play läuft Android 8.1 mit EMUI 8.2 und ich war positiv überrascht.

Ich bin eigentlich ein großer Fan von Stock-Android und mag die meisten Skins nicht sonderlich. EMUI hat aber viele Elemente, die mich an ein etwas älteres Stock-Android erinnert haben.

So kann man nach links wischen für den Google Feed, es gibt eine App-Draw und auch wenn EMUI deutlich bunter ist, habe ich mich hier schnell wohl gefühlt und das sogar ohne einen anderen Launchen zu installieren.

Fazit zum Honor Play

Also als Spiele-Handy würde ich das Honor Play ehrlich gesagt nicht bezeichnen. Dafür sind die gelegentlichen Ruckler zu nervig.

Aber es ist ein sehr gutes Mittelklasse Smartphone. Die Verarbeitung und Hardware sind sehr gut und die Kamera nimmt bei guten Lichtbedingungen schöne Bilder auf.

Wer also ein neues Handy sucht und über die Schwächen des Honor Play hinwegsehen kann, bekommt hier für 329 € ein richtig tolles Smartphone.

Video zum Honor Play